27. Mai 2026
Tag der Sehbehinderten am 6. Juni
Gottesdienstentwurf zum Tag der Sehbehinderten
Der Sehbehindertentag ist ein nationaler Aktionstag in Deutschland, um unter dem Motto „Ich sehe so wie du nicht siehst“ auf die Situation und die Belange von Menschen mit Sehbehinderung aufmerksam zu machen. Vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) wurde er 1998 ins Leben gerufen. Seitdem findet er jährlich am 6. Juni zu einem bestimmten Thema statt. An der bundesweiten Durchführung beteiligen sich der DBSV, seine 20 Landesvereine mit über 250 Beratungsstellen, sowie weitere Organisationen und wechselnde Kooperationspartner. Es hat auch bereits zweimal in Kooperation mit den Kirchen den Sehbehinderten“Sonn“tag“ gegeben (2010 und 2022).
Jährlich steht also ein anderes Schwerpunktthema aus dem Bereich Sehbehinderung im Mittelpunkt, zu dem Informationsveranstaltungen, Mitmachangebote und Broschüren entwickelt werden. In diesem Jahr ist das Thema „Kochen“.
Kochen ist mehr als das Verarbeiten von Lebensmitteln: Es verbindet uns als gemeinsame Aktivität im Familien- oder Freundeskreis, es ist Teil kultureller und regionaler Traditionen und erfüllt viele weitere gesellschaftliche und soziale Funktionen. Selbst kochen zu können, ermöglicht es außerdem, geeignete Gerichte zum Beispiel bei Unverträglichkeiten oder Krankheiten wie Diabetes herzustellen. Viele Menschen, die ihr Leben lang unter Zeitdruck kochen mussten, entdecken zudem im Alter, dass Kochen kreative Entfaltung und Entspannung bedeuten kann.
Und doch ist es gerade für viele ältere Menschen auf einmal mit dem Kochen vorbei – weil sie einen Sehverlust erleiden. Andere, die von Geburt an sehbehindert sind, fangen gar nicht erst mit dem Kochen an, weil es ihnen von wohlmeinenden Familienangehörigen abgenommen wird. Viele sehbehinderte und vor allem viele sehende Menschen können sich offensichtlich nicht vorstellen, dass Kochen mit einer Sehbehinderung funktioniert.
Der DBSV und seine Mitgliedsorganisationen werden deshalb anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni 2026 mit Aktionen in ganz Deutschland darauf aufmerksam machen, dass Kochen sehr wohl auch mit einer Seheinschränkung möglich ist.
Tamara Meyer-Goedereis, Diakonin und Beauftragte für Seelsorge und Beratung für SeniorInnen mit Sehbehinderung oder Blindheit in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers hat die gute Tradition des Sehbehindertensonntags aufgenommen und stellt einen Gottesdienstentwurf zum Thema des Sehbehindertentages für alle zur Verfügung. So kann mit Gottesdiensten rund um den Sehbehindertentag das Thema Sehbehinderung in den Fokus gestellt werden.
Ihr Thema für den Gottesdienst lautet: „Kann Gott einen Tisch bereiten in der Wüste? (Ps 78,19)