Helfen. Aber bitte richtig. #sicherhelfen

- Ein paar Regeln für eine sichere Nachbarschaftshilfe und geschütze Einkaufshilfen

Überall sprießen derzeit Initiativen für Nachbarschaftshilfen aus dem Boden. Einkaufshilfen für Ältere und Menschen, die zur Risikogruppe gehören, sind die Hilfeart schlechthin.

Damit gut gemeint, auch gut gemacht ist, gibt es ein paar Regeln, an die wir uns halten sollten:
 


Die goldenen Regeln des sicheren Helfens


 

1. Biete KEINE Hilfe an, wenn Du einer Risikogruppe angehörst!

Zu den besonders gefährdeten Personengruppen zählen:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko ab etwa 50 bis 60 Jahren)
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (z.B. des Herzens, der Lunge, Diabetes Mellitus, Krebserkrankung)
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. durch Medikamente wie Cortison)
  • Raucher
     

2. Biete KEINE Hilfe an, wenn Du Sorge hast selbst eine Ansteckungsgefahr darzustellen!

Eine Ansteckungsgefahr besteht nicht nur durch das Coronavirus sondern auch durch andere Krankheiten (z.B. Grippe). Daher bleib bitte zu Hause, wenn…

  • Du aktuell Krankheitssymptome hast, wie z.B. Fieber, Husten oder Atemnot,
  • Du einen persönlichen Kontakt zu einer im Labor nachgewiesenen mit SARS-CoV-2 infizierten Person hattest!
  • Du in den letzten 14 Tagen in einem internationalen Risikogebiet bzw. einem in Deutschland besonders betroffenen Gebiet warst! Eine aktuelle Liste dieser Gebiete findest Du auf der Homepage des Robert Koch Instituts.
     

3. Helfe lokal!

… in Deiner Nachbarschaft, zum Beispiel Deinen Haus-Mitbewohner*innen. Vermeide also, längere Strecken unterwegs zu sein oder anderen Menschen zu begegnen, um die Möglichkeit einer Ansteckung gering zu halten. So schützt Du nicht nur Dich, sondern vor allem die Personen, um die Du Dich kümmerst!
 

4. Suche Dir EINEN Haushalt in Deiner Nähe, der Hilfe braucht!

Es ist wichtig, potentielle Infektionsketten möglichst gering zu halten (insbesondere wenn ein persönlicher Kontakt nicht vermeidbar ist, z.B. bei der Betreuung von Kindern). Hilf daher nach Möglichkeit nur einem Haushalt und vermeide sonstige soziale Kontakte.
 

5. Triff klare Absprachen und vermeide einen persönlichen Kontakt!

Die größte Ansteckungsgefahr besteht bei einem direkten Kontakt mit einer Person im Abstand von weniger als 2 Metern oder durch den Kontakt mit Tröpfchen beim Niesen oder Husten. Besprecht daher am Telefon, in sozialen Medien o.Ä. was genau benötigt wird und wie Übergaben (Geld, Arzneimittelrezepte, Einkäufe etc.) kontaktlos erfolgen können.
 

6. Halte Dich an aktuelle Aufforderungen der Behörden!

Neue Informationen zum Virus und der Lage vor Ort erfordern schnelle Maßnahmen zu unserem Schutz. Nur wenn sie von jedem umgesetzt werden, ist ihre Wirksamkeit gewährleistet.
 

7. Achte auf Deine eigene Hygiene!

  • Wasche Dir regelmäßig und ausreichend lang (min. 20 Sek.) die Hände. Vor allem vor dem Trinken oder Essen und nach dem Kontakt mit Haustieren oder Türklinken.
  • Versuche Dir nicht ins Gesicht zu fassen und desinfiziere häufig genutzte Gegenstände, wie Dein Handy.
  • Trage Einweg-Handschuhe, wenn Du Gegenstände von mit SARS-CoV-2 infizierten Personen entgegennimmst.
     

8. Halte Abstand zu anderen Leuten!

Versuche einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Personen einzuhalten und vermeide direkten Körperkontakt wie Umarmungen oder Händeschütteln.
 

9. Halte die Hustenetikette ein!

Huste oder niese nur in Deine Ellenbeuge oder in ein Taschentuch, das danach entsorgt wird. Bitte auch Personen in deinem Umkreis dies zu tun.
 


 

Wir wollen von Herzen helfen. Dann lasst es uns auch richtig tun!

Foto: Kelly Sikkema | Unsplash

 

Diese Regeln sind wissenschaftlich geprüft

Das Fachgebiet Arbeitssicherheit der Uni Wuppertal hat diese Regeln in ihrer „Handlungshilfe für den Einsatz von Spontanhelfenden“ im Rahmen des Coronavirus (SARS-CoV-2) herausgearbeitet.
 

Spezielle weitere Handlungshilfen

Das Fachgebiet Arbeitssicherheit hat die allgemeinen Regeln durch die zwei tätigkeitsspezifischen Handlungshilfen „Einkaufshelfer“ und „Hund ausführen“ konkretisiert. Außerdem hat es eine Handlungshilfe für Organisationen erstellt, welche Spontanhelfende einsetzen möchten.

 

Teilen erwünscht!

Die Handlungshilfen für Spontanhelfende dürfen gerne mit dem Hashtag #sicherhelfen in den sozialen Medien geteilt werden.
 

So aktuell wie möglich

Die Handlungshilfen sind Teil eines laufenden Forschungsprojektes und werden daher stetig aktualisiert. Alle detaillierten Handlungsempfehlungen finden Sie hier.

 

► Wie machen Sie gegenseitige Hilfe sicherer? Schreiben Sie uns und wir ergänzen es gern.