Lektüre zum Nachdenken und zur inneren Ausrichtung in Coronazeiten – neues Buch von Anselm Grün erschienen

Benediktinerpater und Autor Anselm Grün möchte mit seinem eben erschienenen Buch „Quarantäne“ Menschen in der schwierigen Coronazeit begleiten und unterstützen. Denn wir können uns und denen, mit denen wir zusammenleben, derzeit nur schwer ausweichen. Daher ist es gut, mit diesem Büchlein (96 Seiten in Großdruck) ein wenig Lektüre zum Nachdenken und zur inneren Ausrichtung an die Hand zu bekommen.

Die ganze Welt, jedes Land, jede Familie, jede*r Einzelne befindet sich in einer Ausnahmesituation. Wir sind in schwerem Fahrwasser unterwegs. Wir werden durchgerüttelt, vielleicht aber auch wachgerüttelt. Wir begegnen Hilflosigkeit, erkennen, dass wir doch nicht alles im Griff haben können. Wir sind durch Krankheit gefährdet. Wir haben Ängste um unsere wirtschaftliche Existenz. Das Nervenkostüm liegt blank, die Seele wird wund. Begegnung und Kontakt sind begrenzt.

Dahinein meldet sich Anselm Grün mit seinem Buch „Quarantäne“ zu Wort. Er selber fragt sich, ob es wirklich nötig ist, jetzt und so schnell ein Buch zu veröffentlichen. Ich gebe zu, das habe ich mich leise auch gefragt, als ich die Buchankündigung las. Die Motivation des Autors ist klar: Sie und wir alle – Politik, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Forschung, die ganze Gesellschaft, jeder und jede Einzelne – sind gefragt im Tun und Lassen. Niemand soll etwas herunterreden oder gar spirituell überhöhen.

Was er aber mit seinem Buch möchte, sind zwei Dinge. Zum einen möchte er Menschen ein wenig im Umgang mit dieser besonderen Situation begleiten und unterstützen, zum anderen will er uns teilgeben an Erfahrungen aus dem Mönchtum, das sich auskennt mit Abgeschiedenheit, Aufsichgeworfensein und Wüstenerfahrung. In der Verlangsamung und dem Zurückgezogensein, in den Konsum- und Kontaktbeschränkungen, in den Zeiten, wo wir jetzt entweder zu nah in den Wohnungen aufeinander hocken oder zu viel alleine sind, kommen wir der Tiefe des Lebens und unserer Seele so nah, dass wir uns selber nur schwer ausweichen können. Daher ist es sicherlich gut, mit diesem Büchlein – es sind nur 96 Seiten in Großdruck – auch ein wenig Lektüre zum Nachdenken und zur inneren Ausrichtung und Stärkung zu haben.

 – eine Kurzrezension von Petra Müller, Fachstelle Alter der Nordkirche -

Verlag Herder, Freiburg 2020, 96 Seiten
gebunden, ISBN 978-3-451-38869-9, € 14,00

 

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Warum dieses Buch?

Erfahrungen aus über 1500 Jahren: Die drei Benedikt-Kriterien

Aus dem Rhythmus gebracht: Die Stunde der Rituale

Alte und neue Ziele: Das uralte Mittel gegen Trägheit und Traurigkeit

Nischen, Frei-Räume und die Frage: Bin ich bei mir daheim?

Balance halten: Nähe und Distanz

Keine Angst vor Emotionen – oder: Wie ich mich und andere aushalte

Von der falschen und rechten Sorge – oder: Warum Solidarität mehr als ein Fremdwort ist