Plötzlich gehöre ich zur Risikogruppe und kann mich nicht mehr engagieren…

Wie fühlt sich das an für Menschen im Ruhestand, die eigentlich auch gerne helfen würden?

Es stimmt uns nachdenklich, wenn wir uns plötzlich nicht mehr in der Art und Weise engagieren können, wie wir es eigentlich wollen.

Foto: Adrian Dascal | Unsplash

Bisher war die Nachbarschaftshilfe durchaus ein Feld, in dem sich Ehrenamtliche in der Zeit nach dem Beruf gerne engagiert haben. Nun übernehmen Jüngere diese Aufgaben für Ältere und für alte Menschen, die zu Hause leben und mit Lebensmitteln versorgt werden müssen. Aber nicht nur für sie, sondern generationenübergreifend für alle, die Hilfe bei der Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs benötigen: Menschen in Quarantäne, Alleinerziehende und Alleinlebende aller Art, Jüngere mit Vorerkrankungen oder Berufstätige in systemrelevanten Berufen, die momentan über alle Maße hinaus gefordert sind.

Wie nehmen Ältere, die sich gern engagieren (würden), diese Zeit wahr?

  • In diesen Tagen bekamen wir einen Anruf von einer Frau, die seit einem Jahr im Ruhestand ist: „In unserem Lokalblatt habe ich den Aufruf gelesen, dass man sich melden soll, wenn man für andere einkaufen möchte. Ich hatte schon den Hörer in der Hand, als ich gelesen habe, dass man nicht älter als 60 Jahre sein sollte. Das kann ich sehr gut verstehen. Aber wie schade, ich hätte wahnsinnig gerne mitgemacht.“
     
  • Und der Vorsitzende eines Seniorenbeirates schrieb: „Wir alle im Seniorenbeirat gehören zur Risikogruppe. Wir können zwar leider nicht mehr selber helfen, aber wir können von Ferne Hilfe organisieren und Ideen einbringen. Mein Rat an die älteren Bürger ist: Bleibt zu Hause!“

 

Einige Ideen, wie ältere Menschen auch helfen können

  • Passen Sie gut auf sich auf und bringen Sie sich nicht in die Gefahr einer Ansteckung.
  • Sorgen Sie gut für sich.
  • Regen Sie andere Menschen aus den Risikogruppen an, zu Hause zu bleiben und Hilfe anzunehmen.
  • Teilen Sie Möglichkeiten Hilfe zu erhalten mit anderen Menschen, die zur Risikogruppe gehören.
  • Halten Sie Kontakt mit anderen Menschen, die zur Risikogruppe gehören und vielleicht alleine leben; zum Beispiel durchs Telefonieren oder SMS/Messenger oder mit Briefen/Postkarten.
  • Bleiben Sie in Verbindung mit Ihren Kontakten aus ihren bisherigen ehrenamtlichen Aktivitäten; durch Post, Telefonieren, übers Handy oder Internet.

 

► Sie gehören zur Risikogruppe oder kennen Menschen, die dazu gehören und dennoch Wege gefunden haben, sich zu engagieren und zu helfen? Schreiben Sie uns und wir ergänzen es gern.